'Nackter' Samen   vs.   Ummanteltes Saatgut

 

Die Kunst des Saatgut-Granulierens   -  Ummanteltes Saatgut

 

Die effiziente Nutzung der Ressource Samen wie auch die schonende Veredelung des Samens sind ein ewig aktuelles Thema in der Saatgutveredelung. Seit Jahrzehnten gibt es Entwicklungen und Lösungen um Samen zu schützen, überlebensfähig zu machen und die Keimfähigkeit zu erhalten auf dem langen Weg von der Ernte des Samens bis zur Ausbringung als veredeltes Saatgut.

 

Die Ummantelung des Samens ist eine Lösung, bei der  jedes einzelne Samenkorn ‚pilliert‘ wird, d.h. es werden nacheinander eine oder mehrere Schichten aufgebracht   -  zum Schutz der Keimfähigkeit, zum Schutz gegen Austrocknen wie auch zum Schutz gegen Vogelfraß durch Aufbringen ‚unappetitlicher‘ Schichten.

 

Die Ummantelung hat sich als samenschonende Variante der Ummantelung bewährt, hat sich aufgrund der hohen Herstellungskosten insbesondere für Rasen- / Grassamen aber nicht als Massen-Produkt durchgesetzt. Darüber hinaus ist durch die Mantelstoffe auch eine geringe Erhöhung des spezifischen Gewichts für das ummantelte Saatgut möglich, wodurch die Resistenz gegen Wind- und Regeneinflüsse geringfügig verbessert werden kann.

 

Das Granulieren mit Extruder-Lösungen wurde in unzähligen Varianten verfolgt, konnte sich aber aufgrund zu hohen Anteils der Samen-Vorschädigung nicht wirklich durchsetzen. Bei den Extruder-Lösungen wird eine pastöse Masse aus Samen und Hüll- bzw. Füllstoffen erzeugt, die dann durch eine Öffnung gepresst und in die gewünschte Form gebracht wird; die Presslinge (das Granulat)  müssen dann auf eine gewünschte Länge gekürzt werden. Der Extruder-Prozess sowie das Ablängen üben Druck und Scherkräfte auf die Samen aus, die Temperatur während des Extrudierens wird deutlich über 35 Grad Celsius erhöht was i. a. zu einer spürbaren Vorschädigung der Samen führt.

 

Das Granulat aus dem Extruder kann kostengünstig auf ein spezifisches ‚schweres‘ SOLL-Gewicht gebracht werden und bewirkt deshalb guten Bodenkontakt sowie Schutz gegen Windeinfluss und gegen Wegspülen bei Regen. Auch das Säen aus der Luft (Flugzeug) ist mit solchem Granulat möglich.

 

Das Granulieren mit Samen-Schonung nach dem instant seed – Verfahren wurde in den letzten Jahren entwickelt. Es vereint die Vorteile der Ummantelung (Schutz des Samens nach der Aussaat; Schutz des Samens während des  Ummantelungsprozesses) mit den Vorteilen der Extruder-Granulate (spezifisches Gewicht hoch genug gegen Windempfindlichkeit beim Säen, für guten Bodenkontakt, gegen Wegspülen bei Regen).

 

Wie beim Extruder-Prozess ist eine pastöse Masse aus Samen und Füllmaterialien die Ausgangsbasis des Prozesses. Insbesondere jedoch werden beim instant seed - Granulier-Prozess weder Druck noch Scherkräfte auf die Samen wirksam; die Temperatur erhöht sich beim Granulier-Prozess nicht und die Samen werden damit in ihrer Keimfähigkeit nicht beeinträchtigt  -  die Samen werden in keiner Weise im Fertigungsprozess ‚gestresst‘.

 

Bei allen beschriebenen Prozessen wird ein Trocknungsprozess nachgeschaltet, der generell samenschonend gestaltet wird, indem die Temperatur niemals ca. 35 Grad Celsius überschreitet.